Beim Spiel 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Köln gab es heute in der 39. Minute eine für viele Zuschauer mehr als nur umstrittene Rote Karte gegen Srdjan Lakic (Stürmer des 1.FC Kaiserslautern). Zuvor fällt dieser nach einem harmlosen Kopfballduell im Strafraum und verlangt sogleich nach einem Elfmeter, was Christian Eicher (Abwehrspieler des 1. FC Köln) dazu bewegt, dem am Boden sitzenden Stürmer ein paar warme Worte des Widerspruchs zu entgegnen. Nicht so begeistert steht Lakic auf und greift, nicht schlägt!, Eichner ganz leicht ins Gesicht, der - danke dafür, das kennt man anders - nach hinten ausweicht. Ein Wortgefecht folgt, so ist das nun mal. Genauso wie die überraschende Rote Karte für Lakic – und Gelb für Eichner. Eine umstrittene Entscheidung, keine Frage. Wahrscheinlich sogar ein schlechter Witz. Gelb/Gelb wäre mit Sicherheit richtig gewesen. Auch wenn es für die Schiedsrichter wirklich schwer gewesen sein dürfte, die Härte der Berührung Hand/Gesicht aus der Ferne zu bewerten. Denn ein wenig ist das natürlich auch dumm von Lakic. Aber darum soll er hier nicht gehen. Auch nicht darum, ob all dies eventuell ja eine Art Karma-Ausgleich für den Platzverweis von Mohamad aus dem Hinspiel war? Denn das sind völlig andere Geschichten. Genauso wie der eigentliche Ausgang des Spiels, nämlich 1:1.
Wirklich bemerkenswert ist das Interview, welches LIGAtotal nach dem Spiel mit Christian Eichner geführt hat.
REPORTER: Es gab gegen Ende der ersten Halbzeit eine Situation, an der sie auch beteiligt waren, mit Srdjan Lakic. Was hat sich zugetragen und waren sie hinterher überrascht, dass es Rot gab, für Lakic?
CHRISTIAN EICHNER: Es kam eine Flanke von rechts, glaube ich, und Lakic lag auf einmal auf dem Boden und hat einen Elfmeter gefordert. Das ist sein gutes Recht. Mein gutes Recht ist auch, ihm dann zu sagen, dass er das nicht machen soll. Dann kam irgendwas in meine Richtung. Ich bin aber stehen geblieben, weil sich das nicht gehört, sich dann hinzuschmeißen, aus irgendwelchen theatralischen Gründen. Da hat der Schiedsrichter mir Gelb gegeben und dem Herrn Lakic Rot. Mehr gibt es zu dieser Szene nicht zu sagen, nach dem Spiel, für mich.
REPORTER: Hat er sie berührt, oder nicht?
CHRISTIAN EICHNER: Ich bin der Meinung, dass ich seine Hand in meinem Gesicht hatte. Aber nicht, dass er mich geschlagen hat, sondern… vielleicht hat er mich auch nur gestreichelt. Man hat ja auch gesehen, dass ich nicht umgefallen bin. Das ich jetzt schlussendlich schuld sein soll, dass er Rot bekommen hat, also den Schuh zieh' ich mir nicht an.
REPORTER: Haben sie nicht kurzzeitig überlegt zum Schiedsrichter hin zu gehen und die Situation Pro Lakic aufzulösen – oder wenn es jetzt zu einer Verhandlung kommt, dass Sie vielleicht für ihn aussagen, dass er sie nur gestreichelt und nicht geschlagen hat?
CHRISTIAN EICHNER: Ach, ich glaube, wer mich kennt, der hat vielleicht noch die Geschichte mit Diego vor zwei, drei Jahren im Kopf, da hab ich mich nach dem Spiel auch hingestellt und hab Diego in Schutz genommen, und genauso habe ich gerade bei den Kollegen schon gesagt, das gehört zum Fußball dazu, das sind die Emotionen, dafür steht auch der Betzenberg, dafür steht auch der 1.FC Kaiserlautern, und nach dem Spiel sollte man sich die Hand schütteln, und dann soll der Herr Lakic nächste Woche wieder auflaufen dürfen.
Es folgen noch zwei nebensächliche Sätze zum Spiel. Es bleibt ein bemerkenswertes Interview des Herrn Eichner. Danke dafür.
Ich jedenfalls – so sehr kann ich Kaiserslautern gar nicht nicht gut finden, was durchaus so ist, haha – möchte auch, dass der Herr Lakic nächste Woche wieder aufläuft. Und der Herr Eichner sowieso.


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